Heute vor... 75 Jahren - Entschärfung eines Brandballon

13.08.2017 | Feuerwehr Gangelt | Autor: Oliver Thelen

In unserer Rubrik ’Heute vor…‘ blicken wir zurück in die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in der heutigen Gemeinde Gangelt. Dramatische Einsätze, historische Höhepunkte oder auch kurioses in der Geschichte der Feuerwehr Gangelt. Heute blicken wir zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Am 13. August 1942 ging gegen 10:30 Uhr ein englischer Brandballon auf einer Obstwiese bei Schierwaldenrath nieder. Der Brandballon hatte einen Durchmesser von etwa drei Metern und hatte einen an Seilen befestigen Aluminiumschirm. Der Aluminiumschirm war versehen mit einer brennbaren Zündschnur, einem großen Paket Flugblätter und einem kleinen Körper wahrscheinlich Sprengpulver. Der Brandballon wurde unter Aufsicht von Wachtmeister König aus Gangelt von Feuerwehrkräften aus Schierwaldenrath auseinandergelegt und anschließend dem Bürgermeisteramt Gangelt übergeben.

Im Rahmen des Programms „Operation Outward“ wurden von den Briten billige, einfache Gasballons mit Wasserstoff gefüllt. Sie trugen zwei Arten von Nutzlast entweder ein Stahlseil mit dem Ziel, Stromleitungen zu treffen und so einen elektrischen Kurzschluss zu verursachen oder drei Brandbomben zu je 2,7 Kilogramm, um Wälder und Trockenwiesen in Brand zu setzen Insgesamt 99.142 Ballons wurden während der Operation Outward gestartet. 53.343 trugen Brandsätze, 45.599 Stahlseile. Der erste Startplatz wurde in Harwich errichtet, und die ersten Ballonflüge begannen am 20. März 1942. Die Ballonstarts wurden fortgeführt, auch wenn sie zeitweise unterbrochen wurden, um die alliierten Bomber während der größeren Luftangriffe nicht zu behindern. In der Vorbereitungsphase der Invasion in der Normandie nahm die Zahl der Ballonstarts ab. Der letzte Ballon wurde am 4. September 1944 gestartet.

Bilder: The National Archives UK, OGL

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